<link rel="stylesheet" href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Space+Grotesk:wght@500;600;700&family=Inter:wght@400;500;600&family=IBM+Plex+Mono:wght@400;500&display=swap">
Ratgeber Wallbox

Wallbox-Absicherung: Welcher FI-Schutzschalter gehört zur Wallbox?

Für übliche AC-Ladepunkte ist je Anschlusspunkt ein geeigneter Fehlerstromschutzschalter mit höchstens 30 mA erforderlich. Möglich sind Typ B oder Typ A beziehungsweise F zusammen mit einer Gleichfehlerstromerkennung ab 6 mA (RDC-DD nach IEC 62955), die häufig in der Wallbox eingebaut ist. Ob die Kombination zum Schutzkonzept und zu den Herstellerangaben passt, wird bei jeder Wallbox-Prüfung kontrolliert.

Je LadepunktEigener RCD, höchstens 30 mA
Mit RDC-DDRCD Typ A oder F möglich
Ohne RDC-DDRCD Typ B erforderlich
PrüfungAuslösestrom und Auslösezeit messen

Warum die Wallbox einen besonderen Fehlerstromschutz braucht

Im Fahrzeug wird Wechselstrom gleichgerichtet. Bei einem Fehler kann deshalb ein glatter Gleichfehlerstrom zurückfließen. Ein gewöhnlicher Fehlerstromschutzschalter Typ A ist dafür nicht ausgelegt: Ein Gleichfehlerstrom kann ihn so vormagnetisieren, dass er auch bei einem gefährlichen Wechselfehlerstrom nicht mehr zuverlässig auslöst. Der Schutz für alle anderen Stromkreise am selben Schalter wäre dann ebenfalls gefährdet.

Deshalb gilt für übliche AC-Ladepunkte: Jeder Anschlusspunkt bekommt einen eigenen Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA. Das ist entweder ein Typ B, der auch Gleichfehlerströme erfasst, oder ein Typ A beziehungsweise F zusammen mit einer Gleichfehlerstromerkennung ab 6 mA (RDC-DD), die bei einem solchen Fehler abschaltet. Die RDC-DD ist meist in der Wallbox eingebaut, kann aber auch separat sitzen. Welche Variante vorliegt, steht im Datenblatt, meist unter DC-Fehlerstromerkennung oder RDC-DD. Einbauort, Gerätekombination und vorgeschaltete Schutzgeräte müssen zusammenpassen.

Leitungsschutz und Zuleitung

Jeder Ladepunkt braucht die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen. Mehrere Ladepunkte können unter den normativen Voraussetzungen über eine gemeinsame Versorgungsleitung gespeist werden, der individuelle Fehlerstromschutz je Ladepunkt bleibt bestehen. Querschnitt und Nennstrom richten sich nach Ladeleistung, Leitungslänge und Verlegeart und werden vom errichtenden Betrieb bemessen. Eine 11-kW-Wallbox wird dreiphasig mit 16 A betrieben, eine 22-kW-Wallbox mit 32 A. Bei der Prüfung wird gemessen, ob die Abschaltbedingung eingehalten ist, also ob der Schutzschalter im Fehlerfall schnell genug auslöst.

Wenn der FI beim Laden auslöst

Löst der Fehlerstromschutzschalter beim Laden aus, kommen mehrere Ursachen in Frage. Die Messung grenzt sie ein:

  • Feuchtigkeit: in Ladebuchse, Stecker oder Gehäuse, oft nach Regen oder bei Außenmontage ohne Schutz.
  • Beschädigtes Ladekabel: Quetschung, Knick, abgerissene Zugentlastung.
  • Isolationsfehler in der Zuleitung: etwa durch Nagetiere, Bauarbeiten oder alte Leitungen.
  • Mehrere Verbraucher an einem Schalter: Ableitströme summieren sich, der Schalter löst früher aus.
  • Fahrzeugseitiger Fehler: tritt nur bei einem bestimmten Fahrzeug auf.

Nicht weiter laden, solange die Ursache unklar ist. Den Schalter immer wieder einzuschalten, verdeckt den Fehler nur.

Was die Prüfung klärt

Bei der Wallbox-Prüfung wird kontrolliert, ob Typ des Fehlerstromschutzschalters und Wallbox zusammenpassen, Auslösestrom und Auslösezeit werden gemessen, Isolation und Schleifenimpedanz der Zuleitung ebenso. Das Ergebnis steht im Protokoll mit Mängeln nach Dringlichkeit. Ist ein Austausch des Schutzschalters nötig, beauftragen Sie damit einen Installationsbetrieb, das Protokoll beschreibt, was zu tun ist.

Häufige Fragen

Brauche ich für meine Wallbox einen FI Typ B?

Nur wenn keine Gleichfehlerstromerkennung ab 6 mA (RDC-DD) vorhanden ist, weder in der Wallbox noch separat. Mit RDC-DD genügt ein Typ A oder F mit höchstens 30 mA. Das Datenblatt der Wallbox gibt Auskunft.

Darf die Wallbox am selben FI hängen wie die Steckdosen?

Nein. Jeder Ladepunkt braucht einen eigenen Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA. Mehrere Ladepunkte können unter Voraussetzungen über eine gemeinsame Versorgungsleitung gespeist werden, Steckdosenstromkreise gehören nicht dazu.

Mit wie viel Ampere wird eine 11-kW-Wallbox abgesichert?

Eine 11-kW-Wallbox lädt dreiphasig mit 16 A, eine 22-kW-Wallbox mit 32 A. Die konkrete Absicherung und der Leitungsquerschnitt hängen von Leitungslänge und Verlegeart ab und werden bei der Errichtung bemessen.

Stand: 2026-10-23. Fachliche Angaben nach den genannten Vorschriften und Normen, ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung und Ihre Gefährdungsbeurteilung.