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Ratgeber DGUV V3

DGUV V3 Messungen: Was gemessen wird und welche Grenzwerte gelten

Bei der DGUV V3 Prüfung werden an ortsveränderlichen Geräten Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand und Schutzleiter- oder Berührungsstrom gemessen, an ortsfesten Anlagen zusätzlich Schleifenimpedanz, RCD-Auslösestrom und Auslösezeit sowie das Drehfeld. Die Grenzwerte stammen aus DIN VDE 0701-0702 (bzw. DIN EN 50699) für Geräte und DIN VDE 0100-600 sowie DIN VDE 0100-410 für Anlagen. Maßgeblich sind immer die aktuelle Normfassung und die Herstellerangaben.

SchutzleiterwiderstandMax. 0,3 Ohm bis 5 m Leitung, max. 1 Ohm
IsolationswiderstandSK I 1 MOhm, SK II 2 MOhm, SK III 0,25 MOhm
AbleitströmeSchutzleiterstrom 3,5 mA, Berührungsstrom 0,5 mA
RCD 30 mAAuslösung bei Nennfehlerstrom in max. 300 ms

Sichtprüfung vor jeder Messung

Jede Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 beginnt mit der Besichtigung: bei Geräten Gehäuse, Anschlussleitung, Stecker, Zugentlastung und Kennzeichnung, bei Anlagen Verteilungen, Berührungsschutz, Leitungsverlegung und Kennzeichnung der Stromkreise. Erst wenn die Sichtprüfung bestanden ist, folgen die Messungen.

Die folgenden Grenzwerte gelten nach DIN VDE 0701-0702 bzw. DIN EN 50699 für Geräte und nach DIN VDE 0100-600 bzw. DIN VDE 0100-410 für Anlagen. Sie sind zur Orientierung wiedergegeben; verbindlich sind die jeweils gültige Normfassung und die Angaben des Herstellers.

Schutzleiterwiderstand (Schutzleitermessung)

Bei Geräten der Schutzklasse I wird gemessen, ob der Schutzleiter vom Schutzkontakt des Steckers bis zu den berührbaren leitfähigen Teilen des Gehäuses niederohmig durchgängig ist. Der Prüfstrom liegt bei mindestens 200 mA. Der Grenzwert nach DIN VDE 0701-0702 beträgt 0,3 Ohm bei Anschlussleitungen bis 5 m Länge, zuzüglich 0,1 Ohm je weitere 7,5 m, insgesamt jedoch höchstens 1 Ohm.

Während der Messung wird die Leitung über ihre gesamte Länge bewegt. Ein schwankender Messwert deutet auf einen Leiterbruch hin, der im Ruhezustand noch Kontakt hat. Bei ortsfesten Anlagen wird die Durchgängigkeit von Schutzleiter und Potentialausgleich nach DIN VDE 0100-600 ebenfalls gemessen; der Wert muss zu Leitungslänge und Querschnitt passen.

Isolationswiderstand (Isolationsmessung)

Die Isolationsmessung prüft, ob die Isolierung zwischen den aktiven Leitern und den berührbaren Teilen intakt ist. Gemessen wird mit einer Gleichspannung von 500 V. Grenzwerte nach DIN VDE 0701-0702 bzw. DIN EN 50699 für Geräte:

GerätMindestwert Isolationswiderstand
Schutzklasse I1 MOhm
Schutzklasse I mit Heizelementen (Heizgeräte)0,3 MOhm
Schutzklasse II2 MOhm
Schutzklasse III0,25 MOhm

Der niedrigere Wert bei Heizgeräten trägt der Tatsache Rechnung, dass Heizwendeln Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Anlagen wird der Isolationswiderstand je Stromkreis nach DIN VDE 0100-600 gemessen; für Nennspannungen bis 500 V gilt dort ein Mindestwert von 1 MOhm bei 500 V Prüfspannung. Bei Geräten mit Elektronik, die eine Isolationsmessung nicht vertragen, weicht der Prüfer auf die Ableitstrommessung aus.

Schutzleiterstrom, Berührungsstrom und Ersatzableitstrom

Die Ableitstrommessungen ergänzen die Isolationsmessung: Sie erfassen den Strom, der im Betrieb über den Schutzleiter oder über berührbare Teile abfließt, einschließlich kapazitiver Anteile durch Entstörfilter. Nach DIN VDE 0701-0702 bzw. DIN EN 50699 gelten folgende Grenzwerte:

  • Schutzleiterstrom (Schutzklasse I): höchstens 3,5 mA. Bei Heizgeräten mit mehr als 3,5 kW Heizleistung gilt 1 mA je kW Heizleistung, höchstens 10 mA.
  • Berührungsstrom (berührbare leitfähige Teile bei Schutzklasse II, bei Schutzklasse I an Teilen, die nicht mit dem Schutzleiter verbunden sind): höchstens 0,5 mA.

Die Messung kann direkt bei Netzspannung, als Differenzstrommessung oder als Ersatzableitstrommessung erfolgen. Beim Ersatzableitstromverfahren wird das Gerät nicht unter Netzspannung gesetzt, sondern mit einer Prüfspannung beaufschlagt und der Strom rechnerisch auf Netzverhältnisse umgerechnet. Das Verfahren ist für Geräte ohne netzabhängige Schaltelemente geeignet und bei Geräten mit Elektronik oft die einzige Möglichkeit. Welche Messung bei welcher Schutzklasse ansteht, zeigt der Artikel Schutzklassen elektrischer Geräte.

Bei Anlagen: Schleifenimpedanz und Abschaltbedingung

Bei der Prüfung ortsfester Anlagen wird an jedem Stromkreis die Fehlerschleifenimpedanz gemessen, also der Widerstand der Schleife Außenleiter, Fehlerstelle, Schutzleiter zurück zur Quelle. Aus Schleifenimpedanz und Netzspannung ergibt sich der Kurzschlussstrom, der im Fehlerfall fließen würde. Er muss groß genug sein, damit die vorgeschaltete Sicherung oder der Leitungsschutzschalter innerhalb der geforderten Zeit abschaltet.

Die Abschaltzeiten stehen in DIN VDE 0100-410: In TN-Systemen mit 230 V gilt für Endstromkreise bis zu einem bestimmten Nennstrom 0,4 s, für Verteilerstromkreise 5 s; in TT-Systemen sind die Zeiten kürzer. Der zulässige Höchstwert der Schleifenimpedanz hängt vom Schutzorgan ab (Nennstrom und Auslösecharakteristik) und wird vom Prüfgerät oder aus Tabellen ermittelt. Wird der Wert überschritten, ist die Abschaltbedingung nicht erfüllt und der Stromkreis gilt als mangelhaft, auch wenn er im Alltag funktioniert.

RCD-Prüfung und Drehfeld

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) werden nach DIN VDE 0100-600 auf Auslösestrom und Auslösezeit geprüft. Ein RCD mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom muss bei diesem Strom innerhalb von höchstens 300 ms auslösen (Wert nach der Produktnorm für allgemeine RCD-Typen; selektive Typen haben andere Zeiten). In der Praxis prüft das Messgerät typischerweise bei 0,5-fachem Bemessungsdifferenzstrom (der RCD darf nicht auslösen), beim 1-fachen (muss auslösen) und beim 5-fachen (Schnellauslösung, häufig als Nachweis für den Zusatzschutz herangezogen; hier gilt 40 ms).

Die Prüftaste ersetzt die Messung nicht, sie prüft nur die Mechanik des Schalters. Bei Drehstromsteckdosen (CEE) wird abschließend das Drehfeld kontrolliert: Ein Rechtsdrehfeld ist Voraussetzung dafür, dass angeschlossene Motoren in der richtigen Richtung laufen. Ein falsches Drehfeld gefährdet keine Personen, kann aber Maschinen beschädigen.

Prüfung in Oberhausen und Umgebung

Rittmann Technikservice führt alle genannten Messungen mit kalibrierter Messtechnik durch, in Oberhausen, Essen, Duisburg, Mülheim und Bottrop. Bastian Rittmann prüft selbst, dokumentiert je Gerät und je Stromkreis die Messwerte mit den zugehörigen Grenzwerten im Protokoll, nennt nach Zählung einen Festpreis und erinnert vor Ablauf der nächsten Frist. Fragen Sie über die Anfrage an.

Häufige Fragen

Welche Messungen gehören zur DGUV V3 Prüfung eines Geräts?

Nach der Sichtprüfung bei Schutzklasse I der Schutzleiterwiderstand, der Isolationswiderstand und der Schutzleiterstrom, bei Schutzklasse II der Isolationswiderstand und der Berührungsstrom. Abschließend folgt die Funktionsprüfung.

Welcher Grenzwert gilt für den Schutzleiterwiderstand?

Nach DIN VDE 0701-0702 höchstens 0,3 Ohm bei Leitungen bis 5 m, plus 0,1 Ohm je weitere 7,5 m, insgesamt höchstens 1 Ohm. Maßgeblich sind die aktuelle Normfassung und Herstellerangaben.

Welcher Isolationswiderstand ist bei der DGUV V3 Prüfung erforderlich?

Für Geräte nach DIN VDE 0701-0702: Schutzklasse I mindestens 1 MOhm, mit Heizelementen 0,3 MOhm, Schutzklasse II 2 MOhm, Schutzklasse III 0,25 MOhm. Gemessen wird mit 500 V Gleichspannung.

Was ist die Schleifenimpedanz und warum wird sie gemessen?

Der Widerstand der Fehlerschleife aus Außenleiter und Schutzleiter. Ist er zu hoch, fließt im Fehlerfall zu wenig Strom, um die Sicherung rechtzeitig auszulösen. Die Messung weist nach, dass die Abschaltbedingung nach DIN VDE 0100-410 erfüllt ist.

Reicht die Prüftaste am RCD als Prüfung?

Nein. Die Prüftaste prüft nur die Mechanik des Schalters. Bei der Prüfung nach DIN VDE 0100-600 werden Auslösestrom und Auslösezeit gemessen. Die halbjährliche Betätigung der Prüftaste durch den Benutzer ist eine zusätzliche Maßnahme, kein Ersatz.

Stand: 2026-09-09. Fachliche Angaben nach den genannten Vorschriften und Normen, ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung und Ihre Gefährdungsbeurteilung.